Stille – die Reise zu dir selbst
- Kristina Schander
- 25. Okt. 2025
- 4 Min. Lesezeit
Ich weiß noch, wie nervös ich war, als ich in die Stille gegangen bin 🌿.
5 Tage nur ich.
Kein Handy. Kein TV. Kein Internet. Keine Ablenkung.
Doch der Drang, ganz allein mit mir zu sein, abgeschottet von all dem Lärm, der uns tagtäglich übertönt, war zu groß. Die Sehnsucht nach der Stille war einfach da.
Auf dem Weg dorthin plagten mich so einige ängstliche und sorgenvolle Gedanken:
,,Was tust du da eigentlich?
Was ist, wenn du dich nicht gut fühlst und niemanden erreichen kannst?
Was, wenn etwas passiert und du nicht erreichbar bist?
Was, wenn du etwas Wichtiges verpasst? Wenn du für jemanden nicht da sein kannst?
Ist das egoistisch, was du da gerade tust?"
Was ist Stille überhaupt und was verbindest du damit?
Stille kann kurz sein. Ein Moment, ein paar Stunden oder auch Tage.
Für mich ist Stille ein Ausstieg aus dem Alltag.
Ein Abschalten all der Reize, die uns täglich umgeben.
All der Stimmen, Pflichten, Nachrichten und Geräusche,
die uns ständig begleiten und selten zur Ruhe kommen lassen.
Stille bedeutet für mich: nur ich.
Viel Raum für mich und keine Ablenkung.

Bei all dem Lärm, dem wir tagtäglich ausgesetzt sind, bleibt oft kein Raum für uns selbst.
Kein Raum für Stille.
Kein Raum, um unser Innerstes wieder zu hören.
Tag für Tag übertönen wir unsere eigenen Emotionen, Wünsche, Gedanken, Träume und verlieren dabei den Kontakt zu uns selbst.
Es kann aber auch ganz schön beängstigend sein, wenn es plötzlich still um einen wird.
Wenn Emotionen aufsteigen, die man gar nicht fühlen möchte. Gefühle, die man verdrängt hat und die nun endlich gehört werden wollen.
Gedanken, die sich im Kreis drehen. Fragen, denen man lieber ausweichen würde.
Tränen, die fließen, weil etwas hochkommt.
Orientierungslosigkeit, Leere. Eine innere Unruhe, die den Körper beben lässt.
Und dann dieses starke Bedürfnis, wieder alles übertönen zu wollen
Vielleicht sogar auch das Gefühl, gleich den Verstand zu verlieren.
Warum Stille am Anfang so beängstigend ist
Wir haben verlernt, uns selbst nahe zu sein. Uns zu spüren. Zu fühlen.
Wir haben uns entfremdet, durch alles, was um uns herum geschieht und durch all die Erwartungen, die an uns gestellt werden. Wir haben verlernt, bewusst wahrzunehmen, was jetzt, in diesem Moment, in uns geschieht.
Wir sind ständig unseren eigenen und den Erwartungen anderer ausgesetzt.
Wir stehen unter Druck, wollen mehr leisten, mehr schaffen, mehr erreichen.
Und durch den zusätzlichen Lärm im Außen verlieren wir unsere
innere Stimme und unser Körpergefühl.
Wir hören nicht mehr, was uns unser Inneres sagen will.
Diese Stimme, die uns etwas mitteilen möchte, wird leiser.
Immer leiser. Bis wir sie kaum noch hören.
Und dann passiert das, wovor wir uns so sehr fürchten:
Wir fangen an, nur noch zu funktionieren.
Die Kraft der Stille - Reise zu dir selbst
Stille kann unangenehm sein, besonders am Anfang.
Doch sie hat so viel mehr zu bieten, als wir es uns vorstellen können.
Alles, was in uns endlich gehört werden will, bekommt Raum.
Zeit, sich zu zeigen, gefühlt zu werden, sich auf eine neue Weise zu offenbaren.
Stille öffnet Türen, die längst verschlossen waren und schenkt uns Einblicke, von denen wir nicht wussten, dass wir sie brauchen. Stille verbindet uns wieder mit uns selbst.
Sie lässt das Ego kleiner werden und bringt unsere innere Kraft zurück.
Sie zeigt uns den Weg, die Richtung und wer wir wirklich sind und sein wollen.
Nicht umsonst haben so viele spirituelle Meister, Lehrer und Mystiker, aus unterschiedlichen Kulturen und Religionen, bewusst die Stille gesucht. Sie gab ihnen die Möglichkeit, sich mit sich selbst zu verbinden und zu innerer Erkenntnis zu gelangen. Und auch wir können und dürfen das.
Stille ist zu Beginn vielleicht beängstigend, ungewohnt und herausfordernd
aber sie ist ebenso magisch, herzöffnend und heilend ✨.
Denn die Wahrheit offenbart sich nicht im Lärm der Welt,
sondern in der Stille des Herzens.
Mein Moment der Stille
Als es wirklich still um mich wurde, war es überwältigend.
Ich habe so viel geschrieben und noch mehr geweint.

So vieles, von dem ich dachte, es wäre längst verarbeitet,
kam wieder hoch:
Erfahrungen, Verletzungen, Orientierungslosigkeit.
Und gleichzeitig durfte ich so viel loslassen, erkennen, neu sortieren und mitnehmen.
Die Stille war ein bedeutender Schritt meiner Reise.
Der Anfang meiner Veränderung. Der Beginn des Handelns. Der Anfang der Reise zu mir selbst und der Öffnung meiner innersten Sehnsüchte.
Die Stille hat mich erkennen lassen, was ich nicht mehr will, wo Veränderung geschehen darf und das ich dem Leben vertrauen darf. Zu jeder Zeit.
Und ich war gerade mal fünf Tage in der Stille.
Die Gedanken, die ich mir zuvor auf der Fahrt gemacht hatte?
Alle verschwunden. Sie spielten keine Rolle mehr.
Denn Zeit für sich zu nehmen, in der Stille zu sein, ist alles andere als egoistisch.
Es ist das Kostbarste, was wir nicht nur für uns selbst, sondern auch für andere tun können.
Denn nur, wenn wir in Verbindung mit uns selbst sind, können wir diese Verbundenheit nach außen tragen. Und das hat so viel mehr Kraft, als einfach nur zu funktionieren 🕊️.




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